Ich reite durch die Nacht

Fahrradkunst in Berlin.Auf meinem mitternachtsblauen Zweirad reite ich durch die Nacht,
vorbei an Tausend glitzernden Steinen,
vorbei an einem Mann, der lacht!
Vorbei an einem, der auf der Warschauer Brücke schauerlich-schön in die Seiten seiner E-Gitarre greift.
Schnell reite ich vorbei.
Mich stoppen? Das geht gar nicht. Ich bin so schnell, so schnell wie ein mitternachtsblauer Pfeil.
Die Luft ist schwül, zum Schneiden dicht.
Und so schneide ich sie – mit meinen Händen an der Klingel, mit meinem wehenden Haar im Gesicht. So schneide ich die laue Berliner Nacht in Stücke:
Das eine gehört nach Osten, das andere nach Westen.
Und hinter mir verschmilzt die Nacht wieder zu einer warmen, wabernden Wolke. Gebärmutterwarm.
In dieser gebärmutterwarmen Sommernacht, mit Klängen aus 156 Kulturen, treffe ich dich! Auf deinem knallroten Rad. So rot wie trommelnder Herzblutrhthmus und überschwappende Arterienspringflut.
Mitternachtsblau und arterienspringflutrot: Beim Küssen wird uns schwindelig. Wir vermischen uns, werden zu ´nem fantastisch-violetten Himmelskörper, da oben, auf der Warschauer Brücke. Der Urknall ist nicht mehr fern!

Am Morgen dann dämmert die Zukunft am asphaltgrauen Horizont der Stadt – und wir sind nicht mehr alleine. Endlich! Nicht mehr alleine!

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