Berlin nach Lischewsky

WippendeBerlin-Die Frau mit den Hunden dreht sich abrupt nach ihren ungewollten Zuschauern um. Ihr blondes, kurzes Haar wirbelt um ihren Kopf, so harsch ist die Bewegung. Die unbekannte Blondine steht ungewollt im Rampenlicht einer antiquierten Straßenlaterne. „Die steht am Frankfurter Tor“, meint plötzlich eine Betrachterin dieser Szene, die derzeit als Ölgemälde im Bulgarischen Kulturinstitut zu sehen ist. Gemalt hat sie der aus Sofia stammende Künstler Mario Gerhard Lischewsky (35). Am 15. Oktober eröffnete Lischewsky seine Ausstellung gemeinsam mit zahlreichen Freunden und Fans seiner Kunst. Die Bemerkung der Besucherin zu dem Bild hat der Maler gehört und versichert: „Die Szene spielt sich am Frankfurter Tor ab, genau unter dieser alten Laterne, die noch immer dort stehen muss. Kaum zu glauben, dass es so eine  hierzulande noch gibt.“ Lischewsky, der unweit des Frankfurter Tor lebt und ein Atelier hat, malt immer wieder Szenen, die er selbst in Berlin beobachtet haben könnte. Seine Bilder sind voller Menschen in Bewegung. Ruhe ist nicht gerade das, was Lischewskys Bilder ausstrahlen. Sie sind voller Leben, Bewegung, Licht und oft farb gewaltig. In seiner aktuellen Ausstellung zeigt Lischewsky auch Bilder, die wohl ausschließlich seiner Fantasie entsprungen sind: Um ein helles Licht sitzen Affen, die sich zu unterhalten scheinen oder Karten spielen. Dieses Licht ist es, was Lischewskys Arbeiten den ganz speziellen Touch gibt. Ein Licht, wie es Rembrandt oder Goya malen konnten. Einige der Figuren Lischewsys erinnern dagegen eher an die fülligen Damen eines Rubens. Ohnehin lässt sich Lischewsky trotz der zeitgenössischen Inhalte seiner Werke eher mit den großen Klassikern der Malerei vergleichen. Neu in der aktuellen Ausstellung sind einige – im Vergleich eher schüchtern wirkende – schwarz-weiß Skizzen, die bulgarischen Landschaften zeigen. Diese fertigte der Maler während seiner Sommerferien in der Heimat an. Ab sofort ist Lischewsky aber wieder in der Hauptstadt, wo er neben seiner Tätigkeit als freischaffender Künstler auch als Dozent an der Hochschule für Design in Lichtenberg arbeitet.

Lischewskys Bilder sind bis Dienstag, 15. November, im Bulgarischen Kulturinstitut, Leipziger Straße 114-115 in Berlin-Mitte, ausgestellt. Geöffnet sind die Räumlichkeiten montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr. Infos: www.bulgarisches-kulturinstitut.de

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